Wie kann ich Normen beeinflussen?

Die Normung eines Produkts oder einer Dienstleistung kann jede und jeder beantragen, auch Privatpersonen. In der Regel sind es aber Unternehmen und Verbände, die sich an die Schweizerische Normen-Vereinigung SNV wenden; sie ist die übergeordnete und neutrale Anlaufstelle bei Fragen und Bedürfnissen zur Normung. Als Erstes prüft die SNV, ob der Antrag für eine Norm Sinn macht und ob das Interesse dafür gross genug ist. Falls ja, organisieren sich interessierte Fachpersonen in einer Arbeitsgruppe und erarbeiten einen Normenentwurf, der dann der Öffentlichkeit zur Kommentierung vorgelegt wird. Eingehende Kommentare von betroffenen Firmen, Behörden, Konsumentenorganisationen sowie Eich- und Prüfinstituten werden von der Arbeitsgruppe bewertet und fliessen in die finale Version der Norm ein.

Festlegung von Normen durch Dialog

Technische Regelsetzung ist somit ein Prozess des Austauschs. Die Akteure, die ein Interesse an einer Sache haben, setzen sich an einen Tisch und gleichen ihre Erwartungen ab. So wird die zur Diskussion stehende Normierung von allen Seiten beleuchtet. Die Stakeholder bilden einen Konsens. Da nicht alle Stakeholder persönlich am Tisch sitzen können, sondern Interessen gebündelt vertreten werden, wird nun die Öffentlichkeit mit der Veröffentlichung eines Entwurfs gebeten, Feedback in Form von Einsprüchen zu geben. Der Entwurf einer technischen Regel ist bewusst nicht in Stein gemeisselt, sondern ein Diskussionsbeitrag, mit dem der Ausschuss, der ihn entwickelt hat, den Rest der (Fach-)Öffentlichkeit abholt und ihn einbindet. So haben alle, die Interesse am Thema haben, die Chance, sich an der Definition der Norm zu beteiligen.

Dieser transparente Prozess macht die Regelsetzung stark. Das Gutachten eines Sachverständigen ist eine Einzelmeinung und daher möglicherweise anfechtbar, aber ein ausgewogen von allen interessierten Kreisen gebildetes Gremium kontrolliert sich selbst sehr effektiv. Das Ergebnis hat einen ganz anderen Stellenwert. Nach Beteiligung der Öffentlichkeit wird dann in der Regel eine finale technische Regel veröffentlicht, der man den Status allgemein anerkannte Regel der Technik unterstellen darf. Und auch die hat keinen ewigen Bestand, denn Regelsetzung soll mit der Zeit gehen und die ständigen Weiterentwicklungen auch widerspiegeln.

Fachexperte Nationales Normenkomitee

Wenn Sie als Fachexpertin oder Fachexperte eines Normenkomitees aktiv bei der Ausarbeitung einer Norm beteiligt sind, profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Einbringen der eigenen Interessen
Durch die Mitarbeit in einer Normenkommission haben interessierte Fachexpertinnen und -experten die Möglichkeit, ihr Wissen einzubringen und an der Gestaltung und Festlegung verschiedener Normen mitzuwirken.

Wissens- und Informationsaustausch
Als Fachexpertin oder Fachexperte im Normungsausschuss profitieren Sie vom Fachwissen in der Bewegungs- und Gesundheitsbranche der anderen Fachpersonen, erweitern Ihr berufliches Netzwerk und bauen sich über die Jahre einen Wissensvorsprung auf.

Steigern des Bekanntheitsgrades
Als Mitglied einer Normenkommission haben Sie als Experte zudem die Chance, Ihren Bekanntheitsgrad und Ihr fachliches Ansehen in der Bewegungs – und Gesundheitsbranche zu steigern.

Wissensvorsprung für Investitionssicherheit
Das frühzeitige Wissen über die Inhalte der Normen hilft Ihnen dabei, das Risiko von Fehlinvestitionen zu reduzieren. Normen der anerkannten Normungsorganisationen werden stets im Konsens von den Mitgliedern eines Normenkomitees erarbeitet. Da in einem Normenkomitee die verschiedensten Stakeholder vertreten sind, wird die Norm schon im Entstehungsprozess immer wieder kritisch diskutiert.