Normen für Methodenanbieter : 2021

Die vorliegende Qualitop-Norm für Methodenanbieter : 2021 richtet sich einerseits an Bewegungs- & gesundheitsfördernde Dienstleistungsanbieter, die eine Zertifizierung nach dem Qualitop-Verfahren anstreben oder erneuern wollen – andererseits an die Zertifizierer und Zertifiziererinnen.

Bewegungs- & gesundheitsfördernde Angebote verfolgen evidenzbasierte Strategien, die sowohl die gesamte Bevölkerung als auch spezifische Bevölkerungsgruppen ansprechen. Es soll ein Angebot sein, welches die Bewegungs- und Gesundheitsmöglichkeiten und eine gute Umgebung für einen aktiven Lebensstil für jedermann schafft.

I. Anbieter Anforderungen

I.1 Allgemeine Kriterien Anbieter
  • Vollständige Adressdaten
  • Nachweis einer Berufs- oder Betriebshaftpflichtversicherung
  • Ethik Code
I.2 Vertragsbestimmungen
  • Im Minimum müssen u.a. die in der Folge erwähnten Bestimmungen im Kundenvertrag (einfache Vereinbarung) geregelt sein.
  • Das Anrecht der Kunden auf die genannten Dienstleistungen muss entweder detailliert im Kundenvertrag erwähnt oder in anderer, rechtlich verpflichtender, d.h. schriftlicher Form festgehalten, schriftlich bekannt oder gut sichtbar ausgehängt werden (Vertragsbestimmungen / Verhaltensordnung / Kundenrechte / Plakataushang / Prospekte der vergleichbaren Angebotsbeschreibungen).
  • Das Anrecht auf eine Angebotstransparenz (z.B. durch die Angebotsausschreibung / durch einen begleiteten Zielsetzungsprozess), welche eine verlässliche Einschätzung des Angebotspotentials zur Erfüllung der Kundenbedürfnisse erlaubt.
  • Das Anrecht auf die Sicherstellung der individuellen, korrekten Trainingsbelastung durch eine Abklärung der körperlichen Leistungsfähigkeit. Folgende Abklärungen sind denkbar: Selbsteinschätzung, Niveaustufen, individualisierter Unterricht, Erwähnung in Kursausschreibung
  • Bei 1:1 Angeboten hat der Kunde ein Anrecht auf Auskunft über den Anwesenheitsplan des Betreuungs- und Beaufsichtigungspersonals sowie der Personaltrainer.
I.3 Angebotstransparenz
  • Vertragsunterlagen, Preislisten sowie die Verhaltensordnung sind dem Kunden auf Wunsch vor Vertragsabschluss auszuhändigen und können zur Durchsicht vor der Unterschrift mitgenommen werden.
  • Die auf Wunsch auszuhändigende Preisliste muss alle kostenpflichtigen Leistungen enthalten, auch optionale Leistungen (z.B. Gebühren für die Nutzung der Dusche).
  • Das Angebot muss im vertragslosen Zustand in adäquater Form unverbindlich kennen gelernt werden können – gegebenenfalls gegen Gebühr.
  • 1:1 Angebote: Die Funktion der Betreuungs- und Beaufsichtigungspersonen (mit Foto) auf der Trainingsfläche und bei Kursangeboten ist den Kunden per Aushang oder per schriftlicher Information mitzuteilen (vor Ort oder auf der Homepage).

II. Gesundheits-, Sicherheits- & Hygiene Anforderungen

II.1 Risikoabklärung mit dem Gesundheitsfragebogen
  • Eine gesundheitliche Risikoabklärung ist Pflicht bevor der Kunde sein erstes belastendes Training in Angriff nimmt. Das heisst, er muss einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen.
  • Falls der Kunde nach dem Ausfüllen des Gesundheitsfragebogens ein Risiko aufweist, darf er trotzdem trainieren, wenn er gewisse Bedingungen erfüllt.
II.2 Notfallmanagement / Kompetenz / Infrastruktur / Organisation
  • Der Anbieter sorgt dafür, dass jede Person, welche ein gesundheitswirksames Bewegungsangebot leitet oder beaufsichtigt, durch eine standardisierte Massnahme vor Aufnahme ihrer Tätigkeit ihre Rolle im Notfall gegebenenfalls auszuführende Handlungen kennt.
  • Für die Erst-Zertifizierung der CPR-Ausbildung muss die Kopie oder das Original eines gültigen1 CPR-BLS-Ausweises eingesandt werden.
  • Es muss ein Wartungsplan für die Notfallapotheke mit Einträgen der Daten für die geplanten wie auch die erfolgten Wartungen vorhanden sein. Die Wartungsintervalle dürfen die Dauer von drei Monaten nicht übersteigen.
  • Die Massnahmenpläne sind vorhanden und dem Personal bekannt.
  • Lead: Es ist definiert wer im Notfall bei Anwesenheit von mehreren Personen die Leadrolle übernimmt.
  • Es muss jährlich mindestens ein Notfalltraining (durchgespielte Fallbeispiele gemäss Massnahmenplänen / nicht CPR-Training) durchgeführt und protokolliert werden.